Jom HaShoah 2022 – Nichts und niemand ist vergessen

Am Jom HaShoah wird in Israel und allen jüdischen Gemeinden weltweit alljährlich der 6 Millionen Opfer der Shoah und den Kämpferinnen und Kämpfern des jüdischen Widerstands gedacht.

Stellvertretend für unzähligen jüdischen Opfer der Nazibarbarei möchten wir heute an den Kölner Karnevalisten Richard Löwenstein und seine Frau Sophie erinnern.

Richard Löwenstein, geboren 1871 in Altenstadt, war mindestens Anfang des 20. Jahrhunderts Mitglied der Roten Funken und von Beruf Bäcker und Konditor. Seine Frau Sophie Löwenstein, geb. Heimann wurde 1869 in Sonnenberg geboren. Die Löwensteins wohnten zunächst in der Boisseréestraße 19 und etwa ab 1907 in der Burgunderstraße 44 und hatten vier Kinder, die alle in Köln geboren wurden: Martha (1900), Max (1901), Hertha (1903) und Irma (1906). Martha starb im Alter von vier Jahren, Irma in Säuglingsalter von fünf Monaten.

Richard und Sophie Löwenstein wurden am 15. Juni 1942 von Köln zunächst ins Ghetto Theresienstadt und von dort am 19. September 1942 weiter ins Vernichtungslager Treblinka deportiert. Beide wurden direkt nach der Ankunft am 21. oder 22. September 1942 ermordet. Tochter Hertha, verheiratete Weinstein, wurde gemeinsam mit ihrem Ehemann Alexander Weinstein am 20. Juli 1942 von Köln ins Vernichtungslager Maly Trostenez transportiert und dort ermordet. Lediglich Sohn Max Löwenstein gelang von Köln über England die Flucht in die USA. Die Kölsche Kippa Köpp stehen dort in Kontakt mit seinem Enkel, dem wir auch das Foto verdanken.

Nichts ist vergessen!
Niemand ist vergessen!